Facebook-Algorithmus aufgedeckt: So bleibst Du im überfüllten News-Feed sichtbar

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Die Facebook-Community ist im ersten Quartal 2016 auf 1,654 Milliarden Nutzer angewachsen. Die Nutzer interagieren aktiv mit den Inhalten, die in ihrem News-Feed angezeigt werden. Sie sind pro Aufruf durchschnittlich etwa zwanzig Minuten auf Facebook aktiv. Und die Nutzer während eines durchschnittlichen Besuches JEDE MENGE neue Informationen …

Das liegt daran, dass sich bereits 50 Millionen Kleinunternehmen eine Facebook-Seite erstellt haben. Zusätzlich dazu buhlen 2,5 Millionen Werbetreibende um die Aufmerksamkeit der Nutzer.

Da sie nach wie vor (hochwertige oder geringwertige) Inhalte teilen, um mit ihren Fans zu interagieren, steigt die Inhaltsdichte und der News-Feed ist überladen.

Viele Vermarkter haben sich an Facebook gewöhnt, und beschweren sich über den massiven Rückgang der organischen Reichweite.

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Allerdings hat sich die Antwort von Facebook nicht wirklich verändert. „Wir wollen unseren Nutzern die besten Inhalte zur Verfügung stellen.“

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Facebook hat nicht unrecht. Die Anzahl an Marken, die über Facebook beworben werden, ist seit 2013 um 130% gestiegen.

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Parallel dazu ist auch die Anzahl der Marken, die Beiträge bewerben, innerhalb der letzten zwei Jahre um 80% gestiegen. Die organische Reichweite hingegen hat sich kontinuierlich verringert – von 7% auf etwa 2%.

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Im extrem umkämpften und sich schnell ändernden Umfeld, hast Du keine andere Wahl als Dein Marketingkonzept für Facebook zu verfeinern. Dazu gehört die Integration von bezahlten Marketingmaßnahmen in Deinen Marketingmix, um die Zielgruppenausrichtung gezielter einzusetzen.

In diesem Artikel habe ich ein paar andere Optionen zusammengestellt, die sicherstellen, dass Deine Unternehmensseite eine bessere Sichtbarkeit erreicht. Diese Einsichten legen dem aktuellen News-Feed-Algorithmus zugrunde, der bestimmte Inhalte bevorzugt.

Beachte: Vielleicht weißt Du es schon, aber den EdgeRank-Algorithmus gibt es nicht mehr. Nun nutzt Facebook beinahe 100.000 Faktoren.

Bist Du bereit, Deine Fans aus den Socken zu hauen, indem Du spannende Inhalte bereit stellst?

Hier findest Du das erste Update, über das Du Bescheid wissen musst.

Facebook beschert Herausgebern von Nachrichtenseiten eine bessere Sichtbarkeit

Hast Du Dir schon einmal die Frage gestellt, warum es News-Feed heißt?

Facebook möchte eine „GoTo“-Ressource für Echtzeit-Informationen werden.

Also kündigte der soziale Riese an, mit Storyful (einem Analyse-Tool für das Aufspüren von sozialen Inhalten) eine Partnerschaft einzugehen. Im April 2014 wurde FB Newswire gegründet.

Mit diesem Produkt-Launch wollte Facebook Journalisten und Nachrichtenherausgeber dabei unterstützen, berichtenswerte Inhalte (die als Kurzmeldungen lesbar sind) auf Facebook zu suchen und zu integrieren.

Digiday stellte sogar fest, dass Facebook möglicherweise kostenlose Ad Units auf den mobilen Nutzer-Feeds angeboten hat (basierend auf dem Indiz, dass die Anzahl der „Likes“ auf den Facebook-Seiten der Nachrichtenunternehmen wie CNN überproportional stark angestiegen sind).

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Die organische Reichweite der Nachrichtenseiten scheint stabil zu bleiben, auch bei erhöhter Posting-Dichte. Hier siehst Du das Ergebnis einer Analyse von 3.318 Profilen, die von Sotrender durchgeführt wurde.

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Allerdings sinkt die Reichweite für Marken mit jedem zusätzlichen Post.

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Das Engagement scheint bei einer erhöhten Dichte an Postings zu fallen.

Die Zahlen sind eindeutig. Falls Du eine Medienseite betreibst, dann herzlichen Glückwunsch

Facebook bevorzugt Dich und vertraut Dir. Du sollst dabei helfen, den News-Feed zu verbessern. Aber setz Deine Macht geschickt ein.

Falls Du nicht im Nachrichtengeschäft tätig bist, solltest Du darauf achten, dass Du weniger postest, aber gleichzeitig Inhalte von hoher Qualität veröffentlichst. Hier findest Du einige Aspekte, die Du wirksam einsetzen kannst.

Erwähne bedeutende Nachrichten zuerst. Wenn Du unter den ersten Seiten bist, um aktuelle (für Deine Zielgruppe interessante) Inhalte zu veröffentlichen, kannst Du mit einer leichten organischen Verbesserung rechnen. Das gilt besonders dann, wenn Du es schaffst, ein Update zu schalten noch bevor es in den Trending-Topics auf der rechten Seite gezeigt wird.

Jeff Goins hat einmal „THE WALKING DEAD“ in einen Post eingebaut, während die aktuelle Staffel lief. Achte auf solche Gelegenheiten.

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Beziehe Dich auf zuverlässige Quellen. Wenn Du Deine Inhalte kuratierst, teste verschiedene Quellen. Da Facebook eine Affinität für bestimmte Seiten hat, solltest Du besser Deine eigenen, leistungsfähigeren Kurations-Quellen finden.

Die Zeit, die in das Lesen eines Beitrages investiert wird, ist heute auch eine Kennzahl für die Präferenzen der Nutzer.

Viele Nutzer hassen Clickbait-Überschriften, die von Webseiten wie BuzzFeed und UpWorthy verwendet werden.

Wenn Du in einer Überschrift eine GROßE Überraschung oder wertvolle Inhalte versprichst und diese dann aber nicht lieferst, fühlt sich der Nutzer betrogen.

Google nutzt bereits Bindungskennzahlen, z.B. die Zeit, die ein Nutzer auf einer Seite verbringt und die Absprungsrate, um die Nutzer der Webinhalte zu verstehen. Sie belohnen Webseiten, die eine höhere Nutzerinteraktion in den SERPs aufweisen, sogar.

Facebook scheint seinen eigenen Kampf gegen Clickbaits zu führen. Das Unternehmen begann mit der Beobachtung des Nutzerverhaltens beim Lesen der Artikel, die im News-Feed erscheinen und bat die Leser dann um eine Bewertung der Inhalte.

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Das Ergebnis?

Ein Feed lässt sich nicht darauf beschränken, anklickbar zu sein …

Nutzer sind an relevanten Inhalten interessiert, die die Augen weniger belasten. Du musst Geschichten im Feed nicht „berühren“ (liken, kommentieren oder Inhalte teilen), um zu zeigen, dass Du sie magst.

Facebook berücksichtigt nun die Zeit, die Besucher nach dem Klick mit einem Inhalt verbringen. Stell Dir einfach mal vor, Du klickst auf einen Instant-Artikel-Link oder öffnest eine Seite im internen Browser-Fenster. Dann errechnet die soziale Plattform die Zeit, die Du mit dem Inhalt verbringst, sobald dieser vollständig geladen ist.

Die Zeit wird auch von der Länge der Inhalte bestimmt. Dadurch GEWINNEN die Webseiten und Aktualisierungen, auf denen der Nutzer sich länger aufhält. Sie werden in den Feeds der Nutzer weiter oben gezeigt. Diese Aktualisierung kann sowohl auf persönliche Profile als auch auf Facebook-Seiten angewendet werden.

Du wirst also auch weiterhin mit den aussagekräftigen Updates von aktuellen Inhalten (von Freunden oder Verlegern) versorgt, wenn Du Dir die Zeit nimmst, Deinen News-Feed zu lesen. Du musst nicht mal klicken, um Dein Interesse zu zeigen (allerdings bleibt die soziale Interaktion dennoch ein Teil des Algorithmus).

Das ist typisch für den von Google genutzten Algorithmus, bei dem das Pogo Sticking Ausdruck der Unzufriedenheit der Nutzer mit dem Suchergebnis ist. Die Nutzerenttäuschung kann einen Absturz im Suchmaschinenranking zur Folge haben.

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Die Nutzerzufriedenheit ist von höchster Bedeutung für alle Plattformen und Unternehmen.

Das bringt uns zu einem anderen wichtigen Aspekt dieses Facebook-Updates.

Vielfalt.

Da die Menschen gern Artikel von vielen Herausgebern lesen, wird ihnen im News-Feed eine kleinere Anzahl von Geschichten, die aus derselben Quelle stammen, hintereinander angezeigt.

Wenn Du gern hochwertige, aufschlussreiche und spannende Inhalte für Deine Leser schreibst, ist dieses Facebook-Update in Bezug auf die Sichtbarkeit Deiner Seite ein Riesengewinn für Dich. In meinen Blogs habe ich immer betont, wie wichtig die Erstellung von großartigen Inhalten ist. Hier findest Du 14 Beispiele wirklich toller Inhalte, um Deine Leser zu verwöhnen.

Live-Videos werden dreimal so häufig angeschaut wie normale Videos

Auf mobilen Endgeräten werden Inhalte meist als Video konsumiert. Im Januar 2016 verzeichnete Facebook über 100 Millionen Video-Stunden. Also bauten sie Signale ein, wie das Stummschalten eines Videos, die Sehdauer und die Anzahl der Menschen, die sich ein Video anschauen, um die Verteilung im News-Feed zu priorisieren.

Allerdings laufen die sozialen Medien mehr und mehr in Echtzeit ab. Es geht darum, nicht den kleinsten WICHTIGEN Moment zu verpassen.

Die Nutzer loggen sich gern immer wieder ein, um sich ihre tägliche Dosis an unterhaltsamen Inhalten zu holen.

Darum stellte Facebook für iOS im Dezember 2015 und für Android Ende Februar 2016 ein Live-Video bereit. Das Engagement der Nutzer war außergewöhnlich. Die Nutzer finden diese Videos interessanter.

 

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“Im Vergleich zu einem Video, dass nicht live ist, nahmen sich Menschen durchschnittlich dreimal soviel Zeit, um ein Live-Video auf Facebook zu schauen.”

Im März 2016 klassifizierte Facebook das Live-Video als neuen ContentTyp.

Auch wenn Facebook sagt, dass sie aufgrund des Updates keine bedeutenden Auswirkungen auf die Seiten feststellen konnten …

… empfehle ich, dass Du diese reichhaltige Funktion nutzt. Ich selbst habe viel mit Live Q&A experimentiert und erhielt viel Aufmerksamkeit von meinen Nutzern. Vin Diesel interagierte mit einer Millionen Live-Zuschauern über Facebook-Live.

Du kannst Live-Videos an ein persönliches Profil, eine Facebook-Seite und sogar an eine Gruppe (basierend auf deren Datenschutzeinstellungen) schicken.

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Wenn Du mit dem Senden begonnen hast, werden Dir Statistiken über das Engagement Deines Publikums in Echtzeit angezeigt.

 

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Am Ende des Videos kannst Du es als HD-Video speichern und es auf Deiner Seite/Deinem Profil veröffentlichen.

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Während das Video live ist, sogar nach Beendigung der Übermittlung, kannst den Video-Beitrag bewerben.

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Hier findest Du weitere Informationen über das Facebook-Live-Marketing.

Nutze das Targeting-Tool für die Optimierung Deines neuen Publikums

Facebook will Herausgebern bei der Optimierung ihrer Marketing-Strategie unterstützen. Darum hat Facebook das „Audience Optimization Tool“ mit einer eigenen Schritt-für-Schritt-Anleitung auf den Markt gebracht. Es werden drei Funktionen beschrieben. Beachte, dass es das ältere Targeting-Tool, über das ich in diesem Artikel berichte, ersetzt.

Bevor wir uns den Details zuwenden, musst Du evtl. eine Funktion aktivieren (falls Du weniger als 5.000 Likes hast). Geh zu Settings >> General und schalte „Audience Optimization for Posts“ ein.

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Beachte: Diese Optimierungsfunktion ist nicht im Business Manager oder den Posts verfügbar, die mit dem Editor von Facebook entwickelt wurden. 

Wenn Du das Tool aktiviert hast, stehen Dir die folgenden Funktionen zur Verfügung:

1. Preferred Audience

In diesem Fall werden die Posts, die für den Nutzer wahrscheinlich interessanter sind, priorisiert – ohne dass dabei die Sichtbarkeit für andere Nutzer leidet. Du kannst allerdings keine eigenen Tags nutzen. Sie setzen auf Facebooks Open-Graph-Seiten, Ad-Tags und anderen Facebook-spezifischen Datensätzen auf.

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2. Einschränkung des Publikums

Diese Funktionalität gab es bereits auf Facebook. Sie beschränkt die Sichtbarkeit eines Posts auf Facebook nach Alter, Geschlecht, Standort, Sprache und andere demographischen Informationen. Du kannst diese Einstellungen immer noch nutzen, um bestimmte Publikumsgruppen von der Ansicht Deiner Beiträge auszuschließen.

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3. Einblicke ins Publikum

Worin liegt der Sinn und Zweck der Nutzung von Interessen-Tags, wenn Du nicht herausfinden kannst, wie sie die Reichweite Deiner Beiträge beeinflussen?

Darum bietet Facebook Dir Einblicke darüber, wie sich ein bestimmtes Tag auf die Reichweite, Die Klickrate, die Shares, Likes und die Kommentare auswirkt. Du erhältst Kennzahlen für jeden von Dir gesetzten Tag.

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In einem Funktionstest bei Search Engine Watch beobachtete Matt Owens keine bedeutenden Auswirkungen des Interessen-Tags auf einen Post. Mit etwa 37.000 Facebook-Fans konnte sein Post 380 Menschen innerhalb von fünf Stunden erreichen.

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Ich weiß, dass das kein großer Verlust ist. Allerdings solltest Du die Funktion testen, nachdem Du Facebooks Erfolgsmodelle in Bezug auf das Interessen-Tagging gelesen hast.

Da wir uns gerade mit dem Thema „wie Du Deine Zielgruppe erreichst“ beschäftigen, möchte ich Dir noch eine weitere praktische neue Funktion vorstellen, die Facebook im Juli 2015 veröffentlicht hat.

Um den News-Feed der Nutzer zu personalisieren, führte Facebook verschiedene Preference-Tools zusammen. Hier findest Du einen Videoüberblick:

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Aktualisierte Steuerung des News-Feed von Facebook auf Vimeo.

Die Nutzer können sich jetzt bevorzugt Posts von bestimmten Nutzern ansehen, indem sie die “See First”-Funktion nutzen. Du solltest Dein Zielpublikum auf diese Funktion aufmerksam machen,damit sie die Einstellungen vornehmen, um Deine Seite im News-Feed zu bevorzugen.

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Der Nutzer kann hier bis zu dreißig Freunde und Seiten festlegen, die sie zuerst sehen möchten (Klopf, klopf … hast Du meine Facebook-Seite schon eingestellt?)

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Nutze die genaue Zielgruppenausrichtung der Facebook-Werbung wirkungsvoll

Aufgrund des hohen Wettbewerbs auf Facebook kannst Du nicht überleben, ohne ein paar Euros in die Hand zu nehmen. Es gibt Vergleiche zwischen dem steigenden Aktienkurs von Facebook und dem Abfall der organischen Reichweite.

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Ich habe das bereit vorher oft erwähnt …

Alle Social-Media-Plattformen tendieren dazu, Marken für die Werbung auf der Plattform zur Kasse zu bitten.

Sei nicht entmutigt, da es selbst mit einem kleinen Budget von etwa $10 pro Tag möglich ist, die Reichweite Deiner Beiträge zu verbessern. Der Grund ist der Reichtum der über 1.500 Datenpunkte, die den Vermarktern für die Zielgruppenansprache zur Verfügung stehen.

Facebook besitzt eins der robustesten und mächtigsten Werbesysteme. Das kann einen immensen ROI für Dein Unternehmen bedeuten.

Die kürzlich veröffentlichte Bekanntgabe von Facebook bezüglich der Bevorzugung von Freunden und Familie gegenüber Marken-Beiträgen, wird es noch schwieriger machen, im News-Feed organisch sichtbar zu bleiben.

Da Vermarkter Werbung lieben, wird der Markt in Zukunft noch umkämpfter werden. Tritt also früh bei, während die Kosten pro Engagement noch geringer ausfallen. Falls Du neu bei der Facebook-Werbung bist, empfehle ich Dir diese drei Artikel:

  1.  Leitfaden für Anfänger: Schaltung von Facebook-Anzeigen, die für hohe Conversion-Rates sorgen
  2. Facebook-Werbung leicht gemacht: Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung
  3. 5 Schritte, um eine profitable Facebook Werbekampagne zu erstellen

Fazit

Facebook ist eine der führenden Webseite im Internet und sendet vielen Marken Scharen an Traffic. Virale Webseiten wie BuzzFeed und UpWorthy haben ihr Geschäft um Facebook herum gebaut und generieren weiterhin viel Traffic mit der Plattform.

Du musst Dir keine Sorgen machen, wenn die organische Reichweite Deiner Facebook-Seite zurückgeht. Nutzt stattdessen die Strategien und Tools, die ich in diesem Post angesprochen habe. Falls keine der Maßnahmen Wirkung zeigt, probier die bezahlte Werbung aus.

Kennst Du ein anderes Facebook-Algorithmus-Update, dass dabei helfen kann, die Sichtbarkeit im News-Feed zu verbessern? Erzähl uns davon.

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